Deine Bewerbungsstrategie für Hochschulstart

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Die Bewerbungsstrategie bei Hochschulstart für deinen Medizinstudienplatz

Ob du einen Medizinstudienplatz bekommst, entscheidet sich daran, ob du bei deiner Bewerbung bei Hochschulstart alles richtig machst. Hochschulstart vergibt deutschlandweit die Medizinstudienplätze. Im NC-Urteil wurde das super komplizierte Vergabesystem für Medizin sogar für verfassungswidrig erklärt. Denn man konnte durch kleine strategische Fehler auch mit einem TOP-Abitur keinen Medizinstudienplatz bekommen. Seit dem Sommersemester 2020 ist die Vergabe der Medizinstudienplätze etwas besser geregelt, doch kompliziert ist das Verfahren immer noch. Damit du möglichst alles richtig machst, haben wir dir zum einen in diesem Artikel die wichtigsten strategischen Überlegungen zur richtigen Bewerbung bei Hochschulstart zusammengestellt. Jedes Jahr gibt es Abiturienten mit passendem Abischnitt und TOP-TMS, die keinen Studienplatz bekommen, weil sie klassische Fehler bei der Bewerbung bei Hochschulstart machen. Das ist schade und wir möchten nicht, dass dir das passiert - deshalb viel Spaß beim Weiterlesen und Informieren.

Im Allgemeinen gilt für die Bewerbung um einen Medizinstudienplatz bei hochschulstart.de: Es gibt 3 Hauptquoten, in denen du eine Chance auf einen Medizinstudienplatz hast.

  • Abiturbestenquote
  • Auswahlverfahren der Hochschulen
  • Zusätzliche Eignungsquote

Wir werden dir im folgenden Artikel einen möglichst präzisen Überblick über die geschicktesten Bewerbungsstrategien und die Fallen im Bewerbungsverfahren geben.

Entscheide dich, ob du dich nur für Humanmedizin oder alternativ zusätzlich für Zahnmedizin bewerben möchtest. Seit neustem kannst du dich nämlich auf mehrere medizinische Studiengänge bei Hochschulstart bewerben.

1. Schritt: Nimm das Bewerbungsverfahren nicht zu leicht.

Informiere dich gut über die Fallstricke bei der Bewerbung um einen Medizinstudienplatz, denn es haben schon einige Kandidaten mit sehr guter Eignung leichtsinnige Fehler gemacht und somit keinen Studienplatz bekommen. Informiere dich über die Auswahlgrenzen und darüber, nach welchen Kriterien die Plätze vergeben werden. Vermeide typische Fehler und gehe auf Nummer sicher.

Ein Abitur von 1,0 ist keine Garantie für einen Medizinstudienplatz

Wenn du eine Abiturdurchschnittsnote von 1,0 hast, wirst du vielleicht einen Platz über die Abiturbestenquote bekommen. Allerdings sind die Plätze in dieser Quote sehr begehrt. Auch mit einem Schnitt von 1,0 kann es sein, dass du in dieser Quote über die 30 % der Medizinstudiengänge verteilt werden keinen Platz erhältst. Denn die Plätze in der Abiturbestenquote werden nach Abiturpunktzahl vergeben und ein Schnitt von 1,0 umfasst einen großen Punktebereich. Da kannst du leider auch mit 1,0 gegen jemanden das Nachsehen haben, der mehr Punkte im Abitur erreicht hat als du. Immerhin gibt es weniger Plätze als Bewerber. Im Artikel “Die drei Hauptquoten” findest du weitere Informationen dazu, wie die Abiturbestenquote genau funktioniert. Falls du mit 1,0 keinen Platz bekommen haben solltest, nimmt deine Bewerbung automatisch am AdH teil. Doch Vorsicht! Das bedeutet nicht, dass du automatisch in der nächsten Quote eine Medizinstudienplatz bekommst. Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) zählt die Abiturdurchschnittsnote nicht mehr alleinig, sondern wird mit einem Studierfähigkeitstest (TMS) und ggf. weiteren Zusatzqualifikationen verrechnet. Ein Bewerber mit einem schlechteren Abitur kann dich hier locker überholen, indem er sich seinen guten Test für medizinische Studiengänge anrechnen lässt. Damit du mit 1,0 nicht von schwächeren Abiturienten eingeholt wirst, solltest du deine Bewerbung unbedingt auf die Quote "Auswahlverfahren der Hochschulen" optimieren. Lege den TMS ab. Selbst wenn du in diesem Test nur ein bisschen besser bist, als der Durchschnitt, wertet er dein tolles Abitur weiter auf. Mit einem 1,0 Abitur und einem TMS kannst du dir deinen Medizinstudienplatz und Studienort in der Quote "Auswahlverfahren der Hochschulen" praktisch aussuchen. Ohne TMS mit reiner Abiturdurchschnittsnote könntest du am NC scheitern. Also gehe auf Nummer sicher und bereite dich ordentlich auf den TMS vor.

Der NC für Medizin wurde NICHT abgeschafft

Zwar wurde die Bedeutung der Abiturnote eingeschränkt, doch es gibt immer noch weniger Medizinstudienplätze als Bewerber. Insgesamt werden nur 10 % der Medizinstudienplätze unabhängig von der Abiturnote verteilt. Die große Mehrheit der Studienplätze ist weiterhin an die Abiturnote gekoppelt. 30 % der Plätze werden direkt einigen der 1,0 Abiturienten gegeben und 60 % der begehrten Medizinstudienplätze werden über eine Mischung aus Abiturdurchschnittsnote, TMS und weiteren Kriterien vergeben. Solltest du ein Abitur von schlechter als 1,0 haben oder deine Chancen verbessern wollen, musst du dich mit dem Auswahlverfahren der Hochschulen auseinandersetzen, einen Studierfähigkeitstest ablegen und möglicherweise weitere Zusatzqualifikationen sammeln.

Ohne sehr gute Noten Medizin studieren

Sollte dein Abitur dich nicht weit bringen besteht die Möglichkeit einen Studienplatz über die Zusätzliche Eignungsquote zu bekommen. Doch auch in dieser Quote bekommt nicht jeder Interessierte einen Studienplatz. Hier zählt z. B. wie gut du im TMS warst. In der Zusätzlichen Eignungsquote werden 10 % der Medizinstudienplätze nach einer Mischung aus Studierfähigkeitstest, Berufsausbildung, Berufserfahrung und zur Zeit vorübergehend noch Wartesemestern vergeben. Sollte dein Abitur also nicht gut ausgefallen sein, mache den TMS und ggf. eine medizinische Berufsausbildung. Du kannst den TMS nur einmal im Leben machen und je besser du abschneidest, desto mehr Chancen hast du auf einen Studienplatz in Medizin, Zahnmedizin oder Tiermedizin. Gehe also auf Nummer sicher und bereite dich sehr gut auf den Test vor.

2. Schritt: Medizin Studienangebot und Auswahlgrenzen vergleichen

Informiere dich welche Universitäten Humanmedizin, Zahnmedizin oder Tiermedizin im Angebot haben und bis zu welcher Note du Chancen haben könntest. Bedenke, dass deine Chancen mit TMS ganz anders aussehen als ohne. 2019 konnte man sogar mit 2,x noch Medizin studieren, wenn der TMS sehr gut war. Da der TMS ab jetzt noch wichtiger ist, kann es gut sein, dass du auch mit einem "normalen" Abitur mit TMS noch Chancen hast, während Bewerber ohne TMS mit einem 1,x Schnitt nicht mehr angenommen werden. Deshalb haben wir dir zusammengetragen, wo du mit welchen Zusatzqualifikationen einen Medizinstudienplatz bekommen könntest.

3. Schritt: Wo möchtest du Studieren und wo kannst du Medizin studieren

Überlege dir zum einen wo du gerne studieren würdest und noch wichtiger - wo du einen Platz bekommen könntest. Stelle eine Liste an Universitäten zusammen an denen du gerne studieren möchtest. Dabei können Faktoren wie Wohnortnähe, Attraktivität der Studienstadt, Ruf der Universität, normaler oder Modellstudiengang, aber auch die Bahnanbindung zum Wohnort deiner Eltern eine entscheidende Rolle spielen. Ob es wirklich bessere Universitäten gibt als andere, ist fraglich. Am Ende des Studiums machen alle dasselbe Examen und bei der Bewerbung um die erste Stelle als Assistenzarzt ist die Universität an der du studiert hast, zweitrangig. Du kannst deine Favoriten also ganz nach deinem Geschmack aussuchen.

Nachdem du eine Liste deiner Wunschuniversitäten zusammengestellt hast, kommt der wichtigere Part: überlege dir, wo du einen Platz bekommen könntest. Schau dir die Auswahlkriterien und Auswahlgrenzen der letzten Jahre auf Hochschulstart an. Die Webseite von Hochschulstart ist leider etwas unübersichtlich, deshalb haben wir uns bemüht dir deine Chancen übersichtlicher in verschiedenen Artikeln ("Medizinstudium ohne 1,0", "Abschnitt durch TMS verbessern","Medizinstudieren dank Ausbildung") zusammenzufassen.  

Ein weiterer wichtiger Tipp ist die App NC Rechner (bis jetzt nur für iOS). In diese App kannst du deine Abiturpunktzahl, dein TMS Ergebnis oder ein hypothetisches TMS Ergebnis eintragen und deine Chancen auf eine Zulassung, an den verschiedenen Universität für Humanmedizin oder Zahnmedizin anzeigen lassen. Die App sagt dir dabei, wo du im letzten Auswahlverfahren einen Platz bekommen hättest und gibt natürlich keine Garantie für die nächste Saision. Aber sie ist kostenlose und um einiges genauer und zuverlässiger. als die kostenpflichtigen Angebote im Internet. So kannst du dich schonmal darauf einstellen, wo es klappen könnte und wo nicht.

Sollte es eine Universität geben, bei der du gute Chancen hast, dann nimm sie auf jeden Fall mit auf. Es ist besser einen Studienplatz irgendwo am Ende der Welt sicher zu haben, als sich nur bei seinen absoluten Favorieten zu bewerben und am Ende ohne Medizinstudienplatz dazustehen. Bewerbe dich generell bei möglichst vielen Universitäten und recherchiere zusätzlich gezielt nach der Universität bei der du die besten Chancen hast. Falls es eine Uni gibt, die dich letztes Jahr mit deinen Qualifikationen auf jeden Fall genommen hätte, dann bewerbe dich dieses Jahr auch bei dieser Uni. Du solltest immer eine Universität als "Rettungsnetzt" in deiner Liste haben. Falls deine Wunschuniversitäten dich nicht auffangen, solltest du zumindest eine Universität in der Liste haben, die dich im Worst-Case nimmst. Es ist besser einen Studienplatz für Medizin an einer Universität zu haben, an die du nicht wolltest und den Platz danch zu tauschen, statt ohne Medizinstudienplatz dazustehen, weil du zu wählerisch wars. Als Beispiel nehmen wir an du möchtest im Norden Deutschlands studieren und hast dir die entsprechenden Universitäten herausgesucht. Nun siehst du, dass du im letzten Verfahren mit deinen Qualifikationen an einer Universität ganz im Süden (z. B. in Ulm) sicher einen Studienplatz gehabt hättest. Selbst wenn Ulm am anderen Ende Deutschlands ist, wäre es blöd sich dort nicht zu bewerben. Im schlimmsten Fall könnte die Universität Ulm, dich auffangen, wenn es für deine Wunschunis nicht ausreichen sollte.

An die Letzte Position deiner Rangliste bei Hochschulstart solltest du möglichst eine Universität setzen, die dich (im besten Fall) wie ein Sicherheitsnetz auf jeden Fall aufnimmt. Auch wenn sie nicht deine erste Wahl ist. Ein Medizinstudienplatz in einer “doofen Stadt” ist besser, als kein Medizinstudienplatz. Und alle Medizinuniversitäten sind nach eigener Erfahrung, unabhängig von der subjektiv erlebten Attraktivität der Stadt, gleichmäßig gut

Schritt 4: Erstelle eine Rangliste durch Priorisierung bei Hochschulstart

Durch das neue Verfahren ist es so, dass du eine Priorisierungsliste deiner Wunsch-Universitäten erstellst. Erstelle die Liste unbedingt so, dass deine Lieblings-Uni auf Platz 1 ist - egal, ob du dir da gute Chancen ausrechnest oder nicht. Denn mit dem neuen Verfahren verändert die Position der Universität auf deiner Liste, deine Zulassungswahrscheinlichkeit, entgegen hartnäckiger Gerüchte, nicht. Die Idee, dass man seine Chancen auf eine Zulassung verschlechtert, wenn man eine Universität an der man eigentlich gute Chancen hat, zu weit nach hinten setzt, kommt daher, dass es früher vor der Umstellung des Vergabesystems so war. Früher war es so, dass man Ortspräferenzen angeben musste und sich somit nicht an allen Unis bewerben konnte. Damals hatte man bei Universitäten auf den hinteren Plätzen der persönlichen Liste schlechtere Chancen, als bei den Universitäten auf den ersten 3 Plätzen. Aber heutzutage erfahren die Universitäten nicht mehr, auf welcher Position deiner Wunschliste sie stehen - ob du eine Universität auf Platz 1 oder Platz 30 setzt, verändert deine Chancen auf eine Zulassung an dieser Universität nicht. Solltest du aber am Ende der Koordinierungsregeln eine Zulassung für deinen 1. Platz bekommen, verfallen alle Zulassungen weiter unten. Erstelle deine persönliche Rangliste also wirklich entsprechend deiner Prioritäten. Und wenn du wirklich Medizin studieren willst, darfst und solltest du dich an ALLEN 38 Universitäten bewerben, um die bestmögliche Chance zu haben. Denn am Ende ist ein Studienplatz in einer blöden Stadt viel besser als ein weiteres Jahr ohne Medizinstudienplatz.

Priorisierungsphase und Koordinierungsphase auf Hochschulstart

Bei der Bewerbung bringst du die Universitäten an denen du studieren möchtest, in eine Reihenfolge. Ganz oben steht deine absolute Wunschuniversität und ganz unten die weniger attraktiven Universitäten. Sobald die Phase der Koordinierungsregeln beginnt, werden zu bestimmten Zeitpunkten Zulassungsangebote auf Hochschulstart ausgestellt. Sobald man ein Zulassungsangebot annimmt, verfallen automatisch alle anderen Prioritäten und man bekommt keine neuen Angebote mehr! Deshalb sollte man bis zum Ende der Koordinierungsphase warten, ob noch ein weiteres Zulassungsangebot einer höher priorisierten Universität kommt. Dies kann nämlich der Fall sein, wenn jemand anderes sein Angebot ablehnt. Dann werden wieder Plätze frei, die verteilt werden. Solange man nichts macht, bleiben die Zulassungsangebote bestehen und werden noch nicht in Zulassungsbescheide umgewandelt. Am Ende der Koordinierungsphase wird dann automatisch das höchste Zulassungsangebot in einen Zulassungsbescheid umgewandelt. Bei mehreren Zulassungsangeboten verschiedener Universitäten, bekommt man am Ende also nur einen Zulassungsbescheid. Und zwar von der Universität, mit der höchsten Position.

Da man sich im neuen Vergabesystem für mehrere Studiengänge gleichzeitig bewerben kann, sollte man besonders aufpassen, da man bei zulassungsfreien Studiengängen automatisch einen Studienplatz bekommt. Daher sollte man diese in der Priorisierung auf die letzten Plätze setzen, damit man noch Chancen auf zulassungsbeschränkte Studienplätze (z.B. Medizin) hat.

Es bedeutet auch, dass wenn du z. B. in der Abiturbestenquote schon ein Zulassungsangebot an einer niedrig priorisierten Uni bekommen hast, dass du weiter warten kannst bis die Zulassungsangebote im Auswahlverfahren der Hochschule ausgesprochen werden. Wenn du dann ein Angebot in dieser Quote an einer höher priorisierten Universität bekommst, verfällt das niedrigere Angebot aus der Abiturbestenquote automatisch. Am Ende der Koordinierungsphase gewinnt dann das jeweils höchste Angebot automatisch.

Die 4 Koordinierungsregeln

Während der Koordinierungsphase werden die Zulassungsangebote für das Medizinstudium entsprechend der vier Koordinierungsregeln verteilt. Falls du es ganz genau wissen möchtest, haben wir sie dir hier zusammengetragen:

1) Wenn im Bewerbungsportal (DoSV) von Hochschulstart nur genau eine Bewerbung auf eine Universität vorliegt und diese auch eine Zulassung erhalten kann, wird die Zulassung direkt erteilt und der Bewerbungsprozess ist erfolgreich abgeschlossen. Ob die Zulassung direkt erteilt werden kann, hängt von der Hochschule ab. Jede Hochschule hat eine bestimmte Anzahl an verfügbaren Studienplätzen und somit auch eine Rangliste.
2) Wenn du theoretisch für mehrere Bewerbungen eine Zulassung bekommen könntest, wird das am höchsten priorisierte Zulassungsangebot in eine Zulassung umgewandelt. Das heißt die Universität am weitesten oben auf deiner Liste.
3) Wenn mehrere Bewerbungen vorliegen und mindestens zwei davon eine Zulassung bekommen könnten, während andere Universitäten zu diesem Zeitpunkt noch keine Rückmeldung gegeben haben oder du bei ihnen noch keinen Rangplatz hast, der zu einer Zulassung führen könnte, werden zunächst die jeweils möglichen Zulassungsangebote ausgesprochen. Das Zulassungsangebot auf der niedriger priorisierten Stelle entfällt. Das höher priorisierte Angebot bleibt bestehen. Auch die Bewerbungen für die du noch kein Zulassungsangebot hast bleiben bestehen. Der Bewerbungsprozess läuft dann weiter, weil noch Bewerbungen vorliegen, für die noch Zulassungsangebote ausgesprochen werden könnten. Erst am Ende der Koordinierungsphase wird das höchst priorisierte Angebot automatisch in eine Zulassung umgewandelt.
4) Wenn im koordinierten Nachrücken (ehemaliges Nachrückverfahren) mindestens eine Bewerbung im zulassungsfähigen Bereich liegt, wird für diese Bewerbung ein Zulassungsangebot ausgesprochen und direkt in eine Zulassung überführt. Der Bewerbungsprozess ist dann abgeschlossen. Unabhängig davon, auf welcher Position dieser Bewerbungswunsch liegt. Das heißt beim koordinierten Nachrücken spielen deine Prioritäten keine Rolle mehr, sondern es geht nur noch darum, ob du durch irgendeine deiner Bewerbungen zu einem Studienplatz kommen könntest.

All diese Informationen zum Stand der Bewerbungen werden im Bewerbungsportal DoSV aktualisiert. Dort kannst du also deinen eigenen Bewerbungsstatus mitverfolgen.

Trotzdem keinen Medizinstudienplatz erhalten?

Leider kann es im Worst-Case passieren, dass du, obwohl du dich mit allen Universitäten intensiv beschäftigt hast, keinen Medizinstudienplatz bekommst. Jetzt solltest du aber nicht verzweifeln oder gar aufgeben. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz für deinen nächsten Versuch zu verbessern. Diese sind z. B. der TMS , eine Ausbildung oder auch ein FSJ/BFD.

  • Der TMS kann deinen Abiturdurchschnitt gewaltig verbessern. Sogar mit einem Abiturdurchschnitt jenseits der 2,0 ist mit einem sehr guten TMS eine Zulassung möglich, da an einigen Universitäten, der TMS die Abiturnote nicht nur verbessert, sondern stärker gewertet wirsd, als das Abitur. Mit TMS hast du auch bessere Chancen in der Zusätzlichen Eignungsquote, in der die Abiturpunktzahl gar nicht in die Bewertung mit eingeht.
  • Eine Ausbildung kann dir, neben wertvollen Einblicken, einen starken Bonus einbringen.
  • Ein FSJ/BFD bringt dir an einigen Universitäten ebenfalls eine starke Verbesserung - manchmal fast so viel wie eine Ausbildung! Dabei bringt das FSJ schon nach einem Jahr die Zusatzpunkte und eine Ausbildung erst nach ca. 3 Jahren. Wenn es mit dem Studienplatz im ersten Bewerbungsjahr nicht direkt geklappt hat, ist das FSJ neben dem TMS also eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Chancen für das nächste Jahr zu maximieren.

Das Schöne an diesen Bonuspunkten ist, dass man sie im Auswahlverfahren der Hochschulen kombinieren kann und in der Eignungsquote können sie sogar unabhängig vom Abitur zu einer Zulassung führen.

Du solltest dich mit diesen Bonuspunkten am besten schon vor der ersten Bewerbung auseinandersetzen. Gerade der TMS kann dir die Enttäuschung einer Ablehnung ersparen. Also bereite dich super gut auf ihn vor.

Sollte es trotz all dieser Bonuspunkte nicht reichen, ist das Medizinstudium trotzdem noch möglich. Es gibt einige alternativen Wege.

Wenn du deine Bewerbung, wie hier beschrieben, gewissenhaft angehst, solltest du deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz ergreifen können.

Bewerbe dich an allen Universitäten für deinen Wunschstudiengang, priorisiere nach deinen Präferenzen und warte bis zum Abschluss der Koordinierungsphase.

Wir können dir aus eigener Erfahrung berichten, dass die Universitäten für Medizin in Deutschland alle sehr gut sind. Jede Universität und jede Stadt hat ihre Eigenheiten. Wir würden nicht aufgrund persönlicher Präferenzen Universitäten oder Städte komplett ausschließen und so riskieren, keinen Medizinstudienplatz zu erhalten.

Es lohnt sich wirklich, wenn du dich intensiv mit den Medizinuniversitäten und dem Bewerbungsverfahren bei Hochschulstart auseinandersetzt! Auch wenn es am Anfang kompliziert erscheint, hoffen wir, dir mit diesem Artikel die Bewerbung um einen Medizinstudienplatz bei Hochschulstart deutlich zu vereinfachen.

Fallbeispiele Bewerbung um einen Medizinstudienplatz

Fallbeispiel 1
Paula möchte gerne Medizin studieren. Als Alternative könnte sie es sich aber auch gut vorstellen, Zahnmedizin zu studieren, weil sie dort mal ein Praktikum gemacht hat. Sie setzt Humanmedizin also auf Prio 1 und priorisiert die Unis nach ihren persönlichen Wünschen. Auf die 2. Priorität setzt sie Zahnmedizin und priorisiert dort auch die Universitäten. Leider bekommt sie während der Koordinierungsphase keinen Platz für Humanmedizin, aber einen Platz für Zahnmedizin. Dieses Zulassungsangebot wird am Ende der Koordinierungsphase automatisch in einen Zulassungsbescheid umgewandelt. Das bedeutet aber auch, dass sie nicht mehr am Koordinierten Nachrücken für Humanmedizin teilnehmen kann, weil sie bereits einen Zulassungsbescheid hat. 

Überlege dir also: Möchtest du lieber die Chance aufs Nachrücken ergreifen und im Zweifel ein Jahr warten, falls es auch beim Nachrücken nicht mit einem Studienplatz für Humanmedizin klappt - in diesem Jahr könntest du ein FSJ machen, um deine Chancen fürs nächste Jahr zu verbessern. Oder würdest du eher Zahnmedizin studieren und das Risiko im Nachrückverfahren abgelehnt zu werden eher vermeiden? Wenn du unbedingt nur Humanmedizin studieren willst, solltest du dich nicht für andere Studiengänge bewerben, da man im Falle einer anderen Zulassung nicht mehr am Koordinierten Nachrücken für Humanmedizin teilnehmen kann. 

Fallbeispiel 2
Hendrik hat in seiner Priorisierungsliste für Humanmedizin Heidelberg auf Platz 1 gesetzt und München auf Platz 2. Am Anfang der Koordinierungsphase erhält er ein Zulassungsangebot für München über die Abiturbestenquote. Er erhält aber keines für Heidelberg. Weil er sich nicht gut informiert hat, denkt er “Oh, ich nehme das Angebot mal lieber an, bevor es verfällt”. In dem Moment, in dem er dieses Zulassungsangebot annimmt, wandelt er es in einen Zulassungsbescheid um, was bedeutet, dass alle anderen Bewerbungen entfallen. Hendrik hätte vielleicht noch einen Platz im Auswahlverfahren der Hochschule oder in der Zusätzlichen Eignungsquote in Heidelberg bekommen, wenn er gewartet hätte. Da er aber das erstbeste Angebot angenommen hat, wird er es nie erfahren und muss jetzt in München studieren oder bis zum nächsten Semester warten.

Man sollte bis zum Ende der Koordinierungsphase warten bis man ein Zulassungsangebot annimmt, wenn man noch auf eine höhere priorisierte Universität wartet! Wenn es dir egal ist, ob die höher priorisierte Universität dich auch annehmen würde, weil dir beide gleich recht sind, kannst du das Angebot auch vorab annehmen. Der Vorteil am aktiven Annehmen ist, dass du früher sicher weißt, wo du einen Studienplatz bekommst und damit früher mit der Wohnungssuche starten kannst.

Fallbeispiel 3
Mareike möchte an einer Eliteuniversität Medizin studieren. Deshalb bewirbt sie sich nur an den fünf bekanntesten der 38 Universitäten. Mit ihrem tollen Abitur ist sie sich sicher an einer dieser Universitäten einen Medizinstudienplatz zu bekommen. Am Ende des Vergabeverfahrens erhält sie keine Zulassung und auch im Nachrückverfahren hat sie keinen Medizinstudienplatz bekommen. Ihre Freundin mit einem etwas schlechteren Abiturnotendurchschnitt hat sich sicherheitshalber an allen 38 Medizinuniversitäten beworden. Sie hatte am Ende mehrere Studienangebote zur Auswahl. Im Gegensatz zu Mareike studiert sie jetzt Medizin. Ihre Universität ist zwar ein kleines bisschen weniger bekannt, aber kein bisschen schlechter, als die Universitäten an denen sich Mareike beworben hatte.

Um sicher zu sein, einen Studienplatz zu bekommen, bewirbst du dich am besten an so vielen Universitäten, wie möglich. Gerne auch an allen. Verlasse dich nicht auf deinen tollen Abiturschnitt, sondern gehe auf Nummer sicher. Natürlich kannst du deine fünf Lieblingsuniversitäten am höhsten priorisieren, damit du im besten Fall dort angenommen wirst. Aber ein Medizinstudienplatz an irgendeiner Universität ist besser als gar kein Medizinstudienplatz.

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Medizinstudium auch ohne NC 1,0?

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Auswahlkriterien und Bewerbungsprozesse für das Medizinstudium zu komplex sind. Dem können wir nur absolut zustimmen! Du brauchst einen guten Überblick über deine Möglichkeiten Medizin zu studieren.

Deshalb haben wir für dich alle verfügbaren Informationen kompakt zusammengestellt. Wo kannst du mit deinem Abischnitt Medizin studieren? Wie kannst du deinen Schnitt verbessern? Welche Hürden und Fallen gibt es im Prozess? 

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"Winter is coming... TMS auch."
(altes Sprichwort)