Deine Bewerbungsstrategie für Hochschulstart

Deine Bewerbungsstrategie bei Hochschulstart für Medizin

Ob du einen Medizinstudienplatz bekommst, entscheidet sich daran, ob du bei deiner Bewerbung bei Hochschulstart alles richtig machst. Hochschulstart vergibt deutschlandweit die Medizinstudienplätze. Im NC-Urteil wurde das super komplizierte Vergabesystem für Medizin sogar für verfassungswidrig erklärt. Denn zur Zeit kann es sein, dass du mit einem TOP-Abitur keinen Medizinstudienplatz bekommst, weil du bei der Angabe deiner Wunschuniversitäten die falsche Reihenfolge gewählt hast. Zum Wintersemester 2020 könnte sich das ändern, doch du willst jetzt schon Medizin studieren, oder? Damit du möglichst alles richtig machst, haben wir dir zum einen in diesem Artikel die wichtigsten strategischen Überlegungen zur richtigen Bewerbung bei Hochschulstart zusammengestellt. Zum anderen bieten wir eine kostenlose telefonische Beratung zu deiner Hochschulstart-Bewerbungsstrategie für alle Teilnehmer unserer TMS-Kurse an. Diese telefonische Beratung findet nach Bekanntgabe der TMS Ergebnisse statt. Jedes Jahr gibt es Abiturienten mit passendem Abischnitt und TOP-TMS, die keinen Studienplatz bekommen, weil sie klassische Fehler bei der Bewerbung bei Hochschulstart machen. Das ist schade und wir möchten nicht, dass dir das passiert - deshalb viel Spaß beim Weiterlesen und Informieren.

Im Allgemeinen gilt für die Bewerbung um einen Medizinstudienplatz bei hochschulstart.de: Es gibt 3 Quoten, über die du dich für Medizin bewerben kannst.

  • Abiturbestenquote
  • Auswahlverfahren der Hochschule
  • Wartezeitquote

Wir werden dir im folgenden Artikel einen möglichst präzisen Überblick über die einzelnen Quoten bei Hochschulstart, die geschicktesten Bewerbungsstrategien und die Fallen im Bewerbungsverfahren geben.

1. Schritt:

Entscheide dich über welche Hochschulstart Quoten du dich am besten bewerben willst:

  • Wenn du eine Abiturdurchschnittsnote von 1,0 hast, solltest du dich über die Abiturbestenquote und über das AdH für Medizin bewerben. Damit gehst du sicher, dass du einen Medizinstudienplatz erhältst. Die Abiturbestenquote kann nämlich in den einzelnen Jahren schwanken. Außerdem umfasst ein Schnitt 1,0 ja einen großen Punktebereich. Die Zulassungen der Universitäten werden nach den im Abitur erreichten Punkten vergeben. Da kannst du leider auch mit 1,0 gegen jemanden das Nachsehen haben, der mehr Punkte im Abitur erreicht hat als du. Ganz wichtig: Solltest du in dieser Quote einen Medizinstudienplatz erhalten, nimmst du nicht mehr am weiteren Hochschulstartverfahren teil. Das bedeutet, du solltest auf keinen Fall eine Universität in der Abiturientenbestenquote von Hochschulstart angeben, an der du nicht Medizin studieren möchtest. Im Falle einer Zusage müsstest du nämlich diesen Medizinstudienplatz annehmen oder du würdest leer ausgehen. Falls du in der Abiturientenbestenquote wirklich nur deine Lieblingsunis angibst und sie in dieser Quote nicht bekommst, bleibt dir die Chance, eine dieser Universitäten im Auswahlverfahren der Hochschulen zu erhalten. Beachte bitte, dass in der Abiturientenbestenquote Zusatzqualifikationen wie der TMS oder eine Ausbildung nicht berücksichtigt werden.
  • Jeder, der keinen Abiturdurchschnitt von 1,0 hat, braucht sich über die Abiturbestenquote eigentlich nicht bewerben. Für diese Bewerber bietet sich das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) an

2. Schritt:

(a) Studienangebot und Auswahlgrenzen sichten

  • Eine Liste der die ein Medizinstudium anbieten findest du hier: https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=2043
  • In dieser Liste sind alle Medizinstudienplätze der Universitäten mit Auswahlgrenzen aufgelistet. Wir empfehlen dir, dich möglichst mit jeder einzelnen Universität auseinander zu setzen, die Medizin anbietet. Umso mehr Zeit du investierst, umso besser werden deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz. Zum leichteren Verständnis haben wir natürlich bereits alle Universitäten für dich recherchiert. Erfahre im Artikel "Medizinstudium ohne 1,0" auf einen Blick, wo du gute Chancen hast und verifiziere die Angaben auf der Internetseite von Hochschulstart (https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=2043). Einen noch genaueren Vergleich mit den NC Werten, den Ortspräferenzen und allen Bonuspunkten der einzelnen Universitäten bereiten wir gerade für dich vor.

(b) Mit den eigenen Vorlieben und Wünschen vergleichen

  • Wenn du eine ganz bestimmte Universität im Blick hast, solltest du bei dieser (wie im besten Fall auch bei allen anderen) die Auswahlgrenzen anschauen: Wichtige Kriterien sind hierbei:
  • Ortspräferenz
  • Auswahlgrenzen vom Vorjahr (wichtig ist es realistisch zu bleiben. Wenn du z. B. ein Abitur von 1,5 hast und dich an der Universität Düsseldorf mit NC von 1,2 im letzten Jahr bewirbst, stehen deine Chancen denkbar schlecht).
  • Auswahlkriterien der Universitäten genau anschauen. Auch hier ein Beispiel: Die Universität Düsseldorf hat keine weiteren Auswahlkriterien als die Abiturdurchschnittsnote für die Vergabe von Medizinstudienplätzen. Die Universitäten Greifswald oder Gießen hingegen haben sehr umfangreiche Auswahlverfahren, in denen viele Extrapunkte vergeben werden.

Nach der ersten Sichtung nimmst du deine Zusatzqualifikationen unter die Lupe. Dies können z.B. Preise bei Jugend forscht oder auch Teilnahmen an nationalen, sportlichen Wettbewerben sein (einige Unis geben hierfür Bonuspunkte). Wir beschränken uns hier zunächst auf die Zusatzpunkte, die du nur in der Schulzeit und nicht nachträglich erwerben kannst. Die Zusatzpunkte, die du dir auch später dazu verdienen kannst, betrachten wir separat.

Als Nächstes setzt du dich mit den Ortspräferenzen auseinander. Es gibt einige Medizin Universitäten, die als Voraussetzung für die Teilnahme am AdH die 1. oder auch 1.-3. Ortspräferenz verlangen.

Wenn du diese beiden Schritte hinter dich gebracht hast, solltest du möglichst eine Liste mit allen Medizin Universitäten haben, die für dich in Frage kommen. Es lohnt sich wirklich, alle Universitäten anzuschauen. Wir haben dir eine Liste erstellt, in der du einen detaillierten Überblick zu den einzelnen Unis für Medizin und deren Zusatzpunkten bekommst.

Nun musst du eine Rangliste erstellen.

  • Ortspräferenzen beachten und nutzen. Sehr wichtig!! Dies ist eine große Fehlerquelle. Hier solltest du wirklich Zeit investieren. Die meisten Unis mit für den Bewerber günstigen Auswahlverfahren verlangen die 1. Ortspräferenz für einen Medizinstudienplatz. Konkret heißt das: Wenn du dich in Hamburg bewerben willst, um am HAM-NAT teilzunehmen und so einen Medizinstudienplatz zu ergattern, kannst du dich nicht parallel in Hannover um einen Medizinstudienplatz bewerben und hoffen, über die Auswahlgespräche einen Medizinstudienplatz zu erhalten (beide Unis verlangen die 1. Ortspräferenz). Daher solltest du auf Platz 1 deiner Rangliste bei Hochschulstart möglichst die Uni (innerhalb der Unis mit 1. Ortspräferenzen) setzten, an der du die besten Chancen auf einen Medizinstudienplatz hast. Achte darauf, dass einige Universitäten eine gesonderte Bewerbung verlangen (z. B. Hannover) und darauf, dass alle Universitäten für Medizin in Baden-Württemberg ein Studienorientierungszertifikat verlangen.
  • Auch bei den Unis 2 & 3 solltest du dich noch an den Ortspräferenzen orientieren (Uni Ulm z. B. bis Ortspräferenz 3). Dabei gilt natürlich das gleiche Prinzip, wie auch bei der ersten Ortspräferenz. Du solltest die Uni (unabhängig von der Stadt) auswählen, die dir die besten Chancen auf einen Medizinstudienplatz bietet
  • Die restlichen Unis solltest du im Großen und Ganzen nach dem selben Prinzip aussuchen. Es macht natürlich keinen Sinn hier Universitäten zu nehmen, bei denen du, aufgrund deiner Abiturdurchschnittsnote keinen Medizinstudienplatz erhalten kannst. Auch Universitäten die keine 1. Ortspräferenz verlangen haben häufig umfangreiche Bewerbungssysteme. In München, Erlangen, Regensburg oder Würzburg wird z.B der TMS und eine Ausbildung mit einigen Zusatzpunkten belohnt. München bietet z. B. bei einem TMS mit Prozentrang über 90 einen Bonus von 0,8 auf die Abiturdurchschnittsnote. Hierbei solltest du auch noch darauf achten, dass einige Universitäten eine zusätzliche Bewerbung für Medizin direkt an die Hochschule fordern (oder auch wie in Baden-Württemberg das Studienorientierungszertifikat)
  • An die Letzte Position deiner Rangliste bei Hochschulstart solltest du möglichst eine Universität setzen, die dich (im besten Fall) wie ein Sicherheitsnetz auf jeden Fall aufnimmt. Auch wenn sie nicht deine erste Wahl ist. Ein Medizinstudienplatz in einer “doofen Stadt” ist besser, als kein Medizinstudienplatz. Und alle Medizinuniversitäten sind nach eigener Erfahrung, unabhängig von der subjektiv erlebten Attraktivität der Stadt, gleichmäßig gut

Einen zusätzlichen Hinweis haben wir bezüglich der Rangliste der Universitäten noch. Für alle Altabiturienten gilt, dass man die Reihenfolge der Unis nach erhalten des TMS Testergebnisses noch ändern kann. Das ermöglicht dir quasi, eine Rangliste für den Fall zu erstellen, dass der TMS nichts wird und dann im Nachhinein mit deinem überwältigenden TMS Ergebnis diese Reihenfolge nochmals zu verändern.

Ein weiterer Hinweis ist, dass du dich natürlich nicht an die Ortspräferenzen halten musst. Wenn Du weißt, dass du nach München willst und du das laut der Auswahlgrenzen im AdH auch schaffst, dann kannst du natürlich auch einfach München an die 1. Stelle setzen, um nicht versehentlich in einer Stadt mit höherer Ortspräferenz zu landen, die dir aber gar nicht zusagt.

Leider kann es im worst case passieren, dass du, obwohl du dich mit allen Unis intensiv beschäftigt hast, keinen Medizinstudienplatz bekommst. Jetzt solltest du aber nicht verzweifeln oder gar aufgeben. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, deine Chancen auf einen Medizinstudienplatz für deinen nächsten Versuch zu verbessern. Diese sind z. B. der TMS Test, eine Ausbildung oder auch ein FSJ/BFD.

  • Der TMS kann deinen Abiturdurchschnitt um bis zu 0,8 verbessern. Sogar mit einem Abiturdurchschnitt jenseits der 2,0 ist mit einem sehr guten TMS eine Zulassung z. B. in Köln (WS17/18), Heidelberg oder Mannheim/Heidelberg möglich gewesen.
  • Eine Ausbildung kann dir, neben wertvollen Einblicken, einen Bonus von bis zu 0,5 einbringen.
  • Ein FSJ/BFD bringt dir an einigen Universitäten eine Verbesserung von bis zu 0,2.

Das Schöne an diesen Bonuspunkten ist, dass man sie an manchen Unis kombinieren kann.

Du solltest dich mit diesen Bonuspunkten am besten schon vor der ersten Bewerbung auseinandersetzen. Gerade der TMS kann dir sehr viel Wartezeit ersparen. Also bereite dich super gut auf ihn vor.

Sollte es trotz all dieser Bonuspunkte nicht reichen, ist das Medizinstudium trotzdem noch möglich. Es gibt einige alternativen Wege..

Wenn du diese “Hinweise”  befolgst, solltest du eine gute und realistische Liste an Unis haben, an denen du dich für deinen Medizinstudienplatz bewerben kannst.

Wir können dir aus eigener Erfahrung berichten, dass die Universitäten für Medizin in Deutschland alle sehr gut sind. Jede Universität und jede Stadt hat ihre Eigenheiten. Wir würden nicht aufgrund persönlicher Präferenzen Universitäten oder Städte komplett ausschließen und so riskieren, keinen Medizinstudienplatz zu erhalten.

Es lohnt sich wirklich, dich intensiv mit den Medizinuniversitäten und dem Bewerbungsverfahren bei Hochschulstart auseinanderzusetzen! Auch wenn es am Anfang kompliziert erscheint, hoffen wir dir mit diesem Artikel die Bewerbung um einen Medizinstudienplatz bei Hochschulstart deutlich zu vereinfachen.

TMS Kurse

Standorte

Teilnehmerstimmen

Medizinstudium auch ohne NC 1,0?

Der Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Auswahlkriterien und Bewerbungsprozesse für das Medizinstudium zu komplex sind. Dem können wir nur absolut zustimmen! Leider wird Dir dieses Urteil nicht mehr helfen, da die Hochschulen erst bis Ende 2019 eine Lösung finden müssen - und Du willst jetzt Medizin studieren, oder?

Wir haben für Dich deshalb alle verfügbaren Informationen kompakt zusammengestellt. Wo kannst Du mit Deinem Abischnitt Medizin studieren? Wie kannst Du Deinen Schnitt verbessern? Welche Hürden und Fallen gibt es im Prozess? 

Weitere Artikel zum TMS und Medizinstudium

"Winter is coming... TMS auch."
(altes Sprichwort)