Medizinstudium - In welcher Quote bewerbe ich mich?

Die drei Quoten bei Hochschulstart

Auf einen Medizinstudienplatz kannst du dich bei Hochschulstart, der Zentralvergabestelle für Medizinstudienplätze, um einen Medizinstudienplatz bewerben. Dafür gibt es drei unterschiedliche Quoten, in denen du unterschiedliche Chancen hast. Grob zusammengefasst ist die Abiturientenbestenquote, jene Quote in der zuerst 20% aller Medizinstudienplätze an 1,0er Abiturienten verteilt werden. Ohne 1,0 hast du in dieser Quote kaum Chancen. In der Wartezeitquote werden 20% aller Medizinstudienplätze an Studienanwärter verteilt, die gegenwärtig mindestens 14 Semester gewartet haben. In der Quote Auswahlverfahren der Hochschule werden 60% der Studienplätze verteilt. Für die Vergabe dieser 60% der Plätze werden neben deiner Abiturnote auch dein Ergebnis im TMS und anderes berücksichtigt, sodass in dieser Quote die Chancen auf einen Medizinstudienplatz sehr groß sind. Wo du mit deinem Abiturdurchschnitt die besten Chancen hast, erfährst du "im großen Vergleich".  

1,0 und die Abiturientenbestenquote

Mit 1,0 hast du Chancen, über die Abiturientenbestenquote von Hochschulstart einen Studienplatz zu ergattern. In dieser Quote werden 20 % aller Studienplätze für Medizin an die Top Abiturienten verteilt, zu denen du mit 1,0 auf jeden Fall gehörst. ABER aufgepasst, nicht jeder 1,0er bekommt in dieser Quote einen Studienplatz, denn es stehen nur 20 % aller Plätze zur Verfügung. Und in der Abiturientenbestenquote werden die Studienplätze nach Abiturnote vergeben. Falls du also 1,0 hast, kann es einen anderen geben, der rechnerisch 0,75 hat. Falls zwei Kandidaten die gleiche Punktzahl haben, entscheiden Sozialkriterien, falls auch hier Gleichstand herrscht, wird der Platz verlost! Das bedeutet, es kann passieren, dass ein angehender Medizinstudent mit einem Abiturdurchschnitt von 1,0 keinen Platz ergattert, weil sein Name nicht gezogen wurde. Um mit deinem atemberaubenden Abiturdurchschnitt von 1,0 also keine Niete zu ziehen, solltest du dich keinesfalls nur auf die Abiturientenbestenquote verlassen. Bewerbe dich auf jeden Fall zusätzlich im Auswahlverfahren der Hochschulen, um sicherzugehen! Aber auch in dieser Quote, in der 60% aller Studienplätze verteilt werden, ist 1,0 kein Freifahrtschein. Auch im Auswahlverfahren der Hochschulen solltest du mit 1,0 darauf achten, grobe Fehler zu vermeiden. Denn auch hier gibt es Experten, die es schaffen, mit 1,0 nicht mal im Auswahlverfahren der Hochschulen einen Studienplatz zu bekommen. Wie das geht? Ganz einfach: Ein 1,0 Abiturient könnte sich zum Beispiel auf Platz 1 ohne TMS in Heidelberg oder Tübingen bewerben. Schön und gut. Leider ist die Wahrscheinlichkeit einen Medizinstudienplatz in Heidelberg mit 1,0 ohne TMS zu bekommen geringer, als einen Studienplatz in Heidelberg mit einem Abitur von 1,6 + TMS zu bekommen. Das liegt daran, dass in Heidelberg der TMS sehr hoch gewertet wird. Der selbe Abiturient hat aufgrund seiner Selbstüberschätzung und mangelnder Information nur eine weitere Universität bei Hochschulstart angegeben. Auf Platz 2 der Ortspräferenz hat er eine Uni gesetzt, die ihn vom Abiturschnitt angenommen hätte, allerdings nur, wenn er sie auf Platz eins der Ortspräferenz gesetzt hätte (z.B Hannover ,Oldenburg, Ulm). Das heißt, hätte er in der Bewerbung die Ortspräferenzen andersherum gewählt oder zur Sicherheit eine dritte Universität angegeben, dann hätte er einen Studienplatz bekommen. Nicht ohne Grund scherzen manche, dass der eigentliche Aufnahmetest ins Medizinstudium, der Bewerbungsprozess bei Hochschulstart ist. Informiere dich also sorgfältig darüber, wie du mit deinem Abiturschnitt einen Studienplatz bekommst.

Auswahlverfahren der Hochschule - die große Chance für alle ohne 1,0

Jetzt kommt die größte Chance auf deinen Medizinstudienplatz - das Auswahlverfahren der Hochschulen. Jede Universität verteilt 60% ihrer Studienplätze über das AdH. Dir wird bestimmt aufgefallen sein, dass viele Unis immer 51% über die DN anrechnen und 49% über andere nachrangige Kriterien. Grund hierfür ist ein Verfassungsurteil, das besagt, dass der zentrale Punkt bei der Vergabe die Abiturdurchschnittsnote sein muss.

Trotzdem ist es durch das Auswahlverfahren der Hochschulen möglich, einen Medizinstudienplatz auch bei verhältnismäßig “schlechter” Abiturnote zu bekommen. Vorausgesetzt, du bringst passende Bonuspunkte mit. Bonuspunkte bringt dir vor allem der TMS. Durch den TMS kannst du auch mit Abiturnoten im Zweierbereich einen Medizinstudienplatz an einigen Unis bekommen, vorausgesetzt du hast dich so gut auf den TMS vorbereitet, dass du ein Top Ergebnis erreicht hast! Falls dein Abiturdurchschnitt irgendwo im 1,5 Bereich liegt, kannst du dir mithilfe des TMS sogar fast deine Wunschuniversität aussuchen. In geringerem Maße bringt dir auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein FSJ und auch Einzelnoten ein paar Bonuspunkte ein. Eine genauere Zusammenstellung darüber, wo du mit welchem Abitur und welchem TMS Medizin studieren kannst findest du im "großen Vergleich".

Wartezeitquote - warten auf Medizin

Die Wartezeitquote wird relevant, wenn es sowohl über Abiturbestenquote als auch über AdH nicht für einen Medizinstudienplatz gereicht hat. Leider ist die Wartezeit für Medizin sehr lang. Mindestens 14 Semester musst du warten, falls deine Abiturnote nicht schlechter als 2.6 ist. Falls deine Abiturdurchschnittsnote schlechter als 2,6 ist, musst du 15 Semester warten. Diese Zeiten und Auswahlgrenzen schwanken von Jahr zu Jahr, sodass du dich nicht auf diese Zahlen verlassen kannst. Tendenziell werden die Wartezeiten von Jahr zu Jahr länger, auch wenn schon seit Jahren Klagen dagegen eingereicht werden. Auch bei der Wartezeitquote gibt es Ortspräferenzen. Hierbei gilt dasselbe wie bei AdH. In dieser Liste https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=2043 einfach die Medizin Universität aussuchen, die dir am ehesten zusagen. Dann mit der DN vergleichen, die letztes Jahr gereicht hat, damit man mit 14 Wartesemestern zugelassen wird, und bewerben. Sollten 2 Leute um einen Studienplatz konkurrieren dann werden die Sozialkriterien hinzugezogen. Das war in den letzten Jahren meist Kriterium 3:

Besondere Bindung an den Studienort aus gesundheitlichen, familiären, wirtschaftlichen, studienorganisatorischen oder im öffentlichen Interesse liegenden Gründen (Sonderantrag).

Die Zeit, bis du mit dem Studium loslegen kannst, kannst du natürlich nutzen, wie du willst. Einzige Einschränkung ist, dass du während deiner Wartezeit auf einen Medizinstudienplatz nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein darfst. Eine Ausbildung absolvieren, oder im Ausland studieren kannst du natürlich, um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Besonders eine Ausbildung im medizinischen Bereich ist hier ratsam, um danach mit tollem Vorwissen in das Medizinstudium zu starten.

Wie du mit deinem Abiturdurchschnitt am besten einen Medizinstudienplatz bekommst, erfährst du im Abschnitt "Medizin studieren ohne 1,0". Und wie du dich perfekt auf den TMS vorbereitest, erfährst du ebenfallls.

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Medizinstudium auch ohne NC 1,0?

Der Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die Auswahlkriterien und Bewerbungsprozesse für das Medizinstudium zu komplex sind. Dem können wir nur absolut zustimmen! Leider wird Dir dieses Urteil nicht mehr helfen, da die Hochschulen erst bis Ende 2019 eine Lösung finden müssen - und Du willst jetzt Medizin studieren, oder?

Wir haben für Dich deshalb alle verfügbaren Informationen kompakt zusammengestellt. Wo kannst Du mit Deinem Abischnitt Medizin studieren? Wie kannst Du Deinen Schnitt verbessern? Welche Hürden und Fallen gibt es im Prozess? 

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"Winter is coming... TMS auch."
(altes Sprichwort)